Tagebuch Alfred Jodl 1937-39

Document 1780-PS

JODL'S OFFICIAL DIARY (CHIEF L), COVERING PERIOD FROM 4 JANUARY 1937 TO 25 AUGUST 1939 (EXHIBIT USA-72).
BESCHREIBUNG:
grüner Papp-Umschlag, auf Vorderseite 1 o: „Dienstliches Tagebuch" (Blei); r i Chef L (Blei) 1 blaulinierte Bogen eingelegt und geheftet 1 alles Ti 1 Unterstreichungen Seite 31 Rot, Seite 45 Blei, Seite 46 Grün.
Dienstliches Tagebuch. Chef L
Ereignisse 1937.
im Dienstbereich des Chefs d. Abteilung. Landesverteidigung.
(aus Zeitmangel nur unvollständig eingetragen).

4.Jan. Abkommen England-Italien wird veröffentlicht.
Attaché Belgrad Faber du Faure teilt mit, daß russischer Gr Damerow in Belgrad eine weißrussische Legion (1500 Mann fürFranko angeboten hat. Chef W.A. entscheidet, daß dies Franco mitgeteilt werden soll damit er event. Werbebüro in Belgrad einrichtet.
Befehl an Wehrmachtteile über beschleunigte Absendung weiteren Materials, Gerätes u Munition an Fr. wird ausgegeben.
Flotte entsendet außer Karlsruhe noch die Cöln an spanisch Nordküste.

5. Jan. Admiral Canaris geht nach Sp. um I c / A.O Organisation aufzuziehen. Er bekommt schriftlich unsere Entschließungen für weitere Unterstützung mit.
Ist beauftragt dem Grl Sperle das unbeschränkte Vertrauen des RKr.Minist zu seiner Tätigkeit u. Führung zu übermitteln.
Korvetten Kpt. Schulze-Hinrichs meldet sich zum Dienst bei der L als Ersatz für Meyer-Döhner.
Ciano läßt durch Botschafter Rasselt mitteilen daß Besprechung in Rom (14. statt 10.1) rein milit. Art ist. Wir sollen das bei unserer Abordnung berücksichtigen.
Chef WA. will daß A.A. die verantwortliche Vertretung über nimmt und mir auf Wunsch ein Soldat beigegeben wird. Entsprechendes Schreiben geht an d Ausw. Amt.

6. Jan. Minister Frick beim R.Kriegsminist. hofft, daß Reichsreform jetzt Fortschritte macht.
Zunächst soll Hamburg eine Stadtprovinz wie Berlin werden dann die kleinen, später die großen Enklaven und zuletzt die Länder beseitigt werden.
Reichsbeamtengesetz dazu nötig.
Erbittet unsere Unterstützung Reichsreform (es sollen 17 Gau u 2 Stadtprovinzen entstehen) fortwärts zu treiben.
Schlußbesprechung d. Wehrmachtstudie.

7. 1. Minister hat keine Bedenken daß Iren auf deutschen Dampfer bei geschickter Ausführung nach Spanien transportiert werden, trotz vorhergehendem entgegegengesetzt von Chef L abgefaßtem Schreiben an Ausw. Amt.
Chef Ausland beauftragt Gedanken festzulegen wie mann milit. Armierung Spaniens wirksam gestalten kann und dann die Nichtspanier entfernen um Ribbentrop zu ermöglichen auf Frage Edens einen positiven Vorschlag zu machen.
Oberst Marras (ital. Mil. Att.) bei mir vor allem um zu sagen daß sein Botschafter gerne vor seiner plötzlich notwendigen Abreise nach Rom den Feldmarschall hätte sprechen wollen.
Minister erklärt sein Einverständnis zu unserem Vorschlag zur …. Führung im Kriege (Wehrmachtbefehlshaber) Soll in Schlußbesprechung (zur Wehrm.Studie 1935/37) . . ebenso wie das Wehrmachtminist. im Kriege.

9. 1. Rintelen (deut. Mil. Att in Rom) u Chef Abwehr (Admiral Canaris) schicken Bericht über Unterredung mit Roatta der nunmehr Führung der Italiener in Spanien übernimmt. Div wird von ihm in Sevilla zusammengeschweißt. Führer, Unterführer und Spezialisten für 2 neue spanische Brigaden werden von Ital. noch entsandt.
Wunsch wird zum Ausdruck gebracht, daß wir uns ebenso stark in Spanien engagieren.
(Miliz Div u Ausbild Personal wenigstens für 2 Brig).
Abt. L. stellt für Genoberst Göring der zur Besprechung am 14.1. in Rom entsandt wird zusammen was wir bisher ich der Gesamtheit für Franco militärisch geleistet haben.
A.Amt lehnt ab daß Iren mit einem deutschem Dampfer transportiert werden, es soll ein ausländischer geschart, werden.

12. 1. Generaloberst Göring und Obstlt Schellen Chef Ausl. fahren 13. 1. nach Rom zur Sitzung des Duce mit seinen mils Befehlshabern.
(hat schriftl. Weisung über unsere weiteren Absichten und deren Grenzen sowie Zusammenstellung über bisherige Leistunge durch L mit Führer versichert frz Botschafter daß D. nicht die Absicht habe sich auf spanischem oder nordafrik Boden festzusetzen.
Daher 12.1. Telegramm mittags an Sperle Entsendung irgend welcher Einheiten von spanischem nach Nordafrik. Festland auch in Zukunft unterlassen Blanka anhalten. Wolf, falls ohne weitere Zufuhr nicht verwendbar, zurücknehmen.

13. 1. Marine frägt an ob Bleierz als Ladung beschlagnahmten rote Dampfers nach Deutschland gebracht werden kann. Entschei dung Chef W A um 15:00 I b übermittelt: ja aber in Verbindung mit Franco und Hisma auf unser Guthaben anrechnen.
Nach. Mitteilung Jaennicke soll Franco seine Einwilligung zur Verlegung d Staffel Wolf von Melilla nach Cadiz nicht geben haben.
Telegramrn. Sperlle an B d. P vom 12.1. 2113 Uhr lautet „Gruppe Wolf verbleibt Melilla Blanka Donnerstag Früh in Marsch setzen.
Jaennicke fernmdl. mitgeteilt, daß von hier nichts geschieht. Wenn Befehle d. RKrM. nicht ausgeführt werden Schuldige zur Rechenschaft gezogen. Weder eine Wiederholung noch Zurücknahme des Befehls kommt in Betracht. Chef WA. 15:00 fernmündl. unterrichtet ist einverstanden.
Bis 12. 1. in Sp. 27 Verluste darunter 21 Tote darunter 70ffz. (Luftwaffe).
Unter den 27 Verlusten sind 2 (tödlicher Kraftw.Unfall) vorn Heer. Alle übrigen Luftwaffe.

14. 1. Scheller ruft aus Rom Chef WA an Ergebnis der Besprechung mit Mussolini.
Keine personellen Abgaben mehr von uns, Sie werden, auch nicht mehr gefordert werden. Aber es soll eine letzte Anstrengung gemacht werden zu der auch wir materiell beitrage müssen. Weitere Sitzung darüber 15.1. Göring will dabei gleich sagen was wir geben können. Er bittet noch heute um Bescheid.
Chef WA. hält Besrechung um 1130 mit Wilberg, Chef L.W. Stb. Heer Marine Luft und bittet bis 14 Uhr um Meldung was die Wehrmachteile noch abgeben können.
Scheller wird telefonisch verständigt daß Lieferliste während der Nacht geschlossen nach Rom durchgegeben wird.

16. 1. Scheller ruft aus Rom Chef L an da 4 Punkt der Liste verstümmelt 21 Inf. Munit.
Liste wird durch Stb Wilbg. an Sander gegeben zur Meldung ob alle Posten und in dieser Höhe gewünscht.

18. 1. Sander bejaht, will nur die Flugzeuge nach Arten aufgeschlüsselt haben. Weisung an 3 Wehrmachtteile Absendung vorzubereiten. Befehl folgt.
Schacht bietet dem Führer seinen Rücktritt als G.B an. Fragt an wann er seine Akten abgeben soll.

25. 1. Franco stellt auf Grund der ital. deutschen Note die später Abschließung Spaniens versteht noch erhebliche Forderungen.
Teilweise können sie von uns (keine Waffen, Sprengstoff und Maschinen für Inf. Ptr.) erfüllt werden. Besprechung mit It. Mil. Att. eingeleitet. Beantwortung der Forderung gemeinsam mit Italien.

27. 1. Besprechung der Wehrmachtstudie in Gegenwart des Führers; Erregung bei Ob d. L. wegen zahlenmäßig geringer Darstellung der Stärke d.Luftwaffe. Vorwürfe gegenüber Boenicke.Rechtfertigung B.s durch Chef L.H.
Schwere Verstimmung bei Ob d. H. da seine persönliche Ansicht vor Entscheidung im Kriege Wehrmachtbefehlshaber einzusetzen nicht eingeholt wurde.
Rücktrittsgesuch. Durch Aussprache des Feldmarschall m Ob d. H. beigelegt.

2. 2. Entwurf eines Schreibens an Ob d. H. ihn im Frieden vor Entscheidungen die wesentliche Belange des Heeres berühren zu hören an Chef W A. (nicht abgegangen da nicht mehr erforderlich)

3. 2. Vortrag Adm. Raeder über Fragen der Seekriegführung in Gegenwart des Führers, Stellvertr. d. F.R.d.F.R. f Prop R.d. Äußeren.

4. 2. Entscheidende Besprechung über die Knappheit an Rohstoffen durch Beauftragten f d. 4 Jahresplan.
Stahl und Eisen nur zu 50% verfügbar daher Kontingentierung nötig.
Nur Ausfuhr volle Zuweisung Wehrmacht u Bauten f 4 Jahresplan müssen rund um 40 % gekürzt werden.
Geldforderungen müssen daher auf Rohstoff bedarf umgelegt werden.
3 Wehrmachtteile u L. für R V. Sondermittel müssen eine Dringlichkeitsfolge aufstellen. Bis auf weiteres keine Bestellungen bei Industrie mehr, damit der Berg von Anforderungen zunächst abgearbeitet wird.
Der Satz „Geld spielt keine Rolle" hat sich wenn auch anderem Sinne bewahrheitet. Die Hauptrolle spielen die Rohstoffe.
Schlechte Ernte und Verbrauch aller naturalen Reserven bes. an Brotgetreide fordert starken Devisen Einsatz für die Ernährung des Volkes.

5. 2. Chef W A. gibt den 3 Wehrmachtteilen die Entscheidung der Rohstoffzuweisung bekannt.
Neue Aufträge an die Betriebe werden gesperrt, damit die alten zunächst einmal geordnet und erfüllt werden können. Wehrmachtteile u. Abt. L für R.Vert.Sonder mittel legen Eisen und Stahl-Bedarf in Dringlichkeitslisten fest.

26. 2. Besprechung Chef W A. mit Reichsführer SS. über landwirtschaftl. Hilfe.
Denkschrift Hierl der starke Ausblähung des Arbeitsdienstes vorschlägt wird abgelehnt.
Einstellungstermin wird für die Wehrmacht auf 1. Nov. festgelegt.
Pläne d. R.F SS. Grenzwachtkorps - 5000 Mann SST.V.

2.3. Besprechung R.F SS mit Ob d. H. Ohne positives Ergebnis.

8.3. Besprechung R Kr.M. mit Schwerin Krosik und Reichsbankpräsident Schacht.

1. Forderung Schacht: Begrenzung d. Umlaufs an Mefo Wechseln auf 12 Milliarden, z. Zeit:
  • 3.5 bei der Reichsbank
  • 5.7 bei befreundeten Banken
  • ----------
  • 9.2 Milliarden
Wirtschaftl Hochkonjunktur ist nicht mehr zu steigern.
Die Wehrmacht hat bisher nicht mehr als 9,5 Milliarden ausgeben können. Also wird sie es auch in Zukunft nicht können zumal die Rohstofflage beengt und uns damit vor Geldausgaben bewahrt die die Gefahr einer Inflation heraufbeschwören könnte.
Eine Monatsausgabe für die Wehrmacht von 800 Mill kann als Schlüssel gelten.
Wir können also bekommen:
  • 4,5 Milliarden Barmittel aus der Reichshaushalt
  • 3 Milliarden neue Mefowechsel und
  • 2,5 Milliarden die noch aus Anleihen aufgebracht werden können
  • ------------------
  • 10 Milliarden.
Auf diese Summe muß also der Haushalt der Wehrmacht gedrosselt werden was voraussichtl. die Rohstoffknappheit sowieso mit sich bringt da nur 50% der angeforderten Stahl u Eisen mengen zugeteilt werden.

15.-19.3. in Wien.
Scheitern der ital. Offensive in Quadalajara. Panik der 3. Milizdivision.

22. 3 Sitzung bei Göring.
Anspruch der SS auf erhöhte Grenzsicherung durch SS, begründet mit dem Eindringen von Kommunisten, Saboteure und Attentätern.
Verstärkung der Außenstellen der Gestapo um 4000 Man wird zugestanden. Grenzschutzkorps abgelehnt.

24. 3 Funk aus Spanien zurück.
Botschafter Faupel will seinen Oberst a D. v. Knauer ai GeneralstabsOffz zu Franco haben. Minister lehnt ab.
Gespanntes Verhältnis Sperle - Faupel in Spanien. Prestigeverlust der Italiener.
Einen Personenwechsel im Stabe des Gen. Franco vorzunehmen ist wertlos Es gibt dort keine Führung in unserem Sinne.

27. 3 Handschreiben Francos an d. Führer wird durch spanische Offz. überbracht. Er bittet um weitere Unterstützung durch Deutschland.
30 000 Gewehre 98 Munition M.G. und M.Werfer.
Feldmarschall v Bl. hält am Charfreitag 10 Uhr Besprechung mit Fromm, Thomas Dörstling, Jaenicke, Rieve, Chef L. Fromi weist hin, daß Gewehre in der Höhe von mind 11 Div fehlen. Bis 30. melden.
a. welche Gewehre in Fabriken greifbar
b. welche Mengen u in welcher Zeit von Heer greifbar
c. wie Transportmöglichkeit
Vorschlag Thomas gegen Devisen durch Velschen versuchen mit Panamadampfern.
Luft soll melden ursprünglicher und jetziger Stand der Legion Condor. Stärke d. Versuchsgruppe.
Dinstag 30. fliegt Minister z. Führer nach Berchtesgaden.

30. 3 Abgabe von weiteren 30 000 Gewehren mit 4 Mill Patronen gegen Devisen Bezahlung über Vetchew angeordnet.
Glaube an 100% Sieg Francos anscheinend sowohl b. Führer als auch bei Mussolini nicht mehr vorhanden.
It. wollen auf jeden Fall Scharte auswetzen dann aber sich dem Gedanken einer Evakuierung nicht völlig verschließen.
Gefahr einer vorzeitigen Auseinandersetzung Italien, England, bei 100% Sieg Francos ist groß u liegt nicht in unsere' Interesse.

31. 3 Vortrag b. Minister über Wehrmachtmanöver - Feldm. betont die Notwendigkeit Einfluß auf den Verlauf insoweit 2 nehmen als täglich irgend eine bes. Wehrmachtfrage behandelt werden muß. Diese Übungen sind als „Wehrmachtmanöver (Heer etc) zu bezeichnen. In 2 Jahren soll ein 2 Frontenkrieg also 2 Manöver zur Darstellung gebracht werden.
Vortrag über Festungsprogramm Heer Verfügung über Einschränkung des Operat.gebietes und Änderung d. d Lv. wird unterschrieben.

6. 4. Beabsichtigte ChefBesprechung über Kriegsverwalt.Gesetz (Forderungen d. G. B.) kommt nicht zustande, da Schacht abwesend und überhaupt nicht, erscheint bevor nicht sein Verhältnis z. Beauftragten f d 4 Jahresplan geregelt ist.

10. 4. Ob. d. L. sucht erneut nach einem Offz. als Gstbs Chef der Luftwaffe, nennt darunter auch wieder meinen Namen.
Feldmarschall stellt mir Entschluß völlig frei wird mit nicht hindern, so ungern er mich verliert. Ich lehne aus den selben Gründen wie im Sommer 36 (Brief an Genrl Stumpf) ab. Minist. erklärt, daß er keinen Offz in solch schwierige Verhältnisse (Verhältnis zu Genrl Milch) kommandieren wird.

13.4. Besprechung Ob- d. W. mit den Oberbefehlshabern und deren Genstbs.Chefs Wehrmachtbefehlshaber Wehrmachtnachrichtenchef werden bekanntgegeben.
Einfluß des Ob d. W. auf Verlauf der Wehrmachtmanöver.

14. Sitzung des RVert.Ausschusses.

28-30.4. Teilnahme an Gstbs Reise Heer.

Bad Kreuznach Flug mit Lufschiff Hindenburg das 6.5 explodiert fällt aus 2stündige Aussprache mit Grl v Manstein über Spitzengliederung und Wehrmachtführung.

4 - 5.5 mit Chef WA. im Manövergelände.

8.5. Feldmarschall v. Blomberg fährt zur Krönung nach London.

19.5. H. bei Chef W A. Trägt ihm seine Bedenken über die Entwicklung der SS vor.

14.5. Vorschlag für weiteren Ausbau des W.A. von mir an Chef W A. abgegeben.

20.5. Bericht Oberst; Janicke über Spanien ultimat. Forderunge der Italiener vor ihrem erneuten Einsatz an d. astur. Front lassen es notwendig erscheinen, eine Beurteilung der milit Lage anzustellen und Vorschläge zus, mit Abt. Ausland über das weitere Verfahren zu machen.

29.5. 19° von Marinelt.') daß „Deutschland" schwere Treffer und Großfeuer.

30.5. 1030 Besprechung bei Gen.Feldmarschall Orientierung des Führers durch Ob.d.M. befohlen, keine Repressalien Deutschland nach Gibraltar. Sonderbericht liegt bei.

8.6 Erste Besprechung über Wehrmachtbefehlshaber mit den Abt. des Wehrmachtamtes.

15.6. Hoher Staatsbesuch zu den Wehrmachtmanövern wird bekannt.

15.7 Vorschläge d.R.d.I. für Umgestaltung der Wehrkreise im Sinne der beabsichtigten Gaueinteilung.
Aussprache Führer - Generalfeldm. Wehrmachtbefehlshaber im Kriege nötig. Im Frieden noch zu überlegen.

20.-26. 9 Wehrmachtmanöver. Besuch d Duce, ausl Delegationen Ungarn, England, Italien.

30.9. Schlußbesprechung im RKr.M.

4. 10. Führer unterschreibt Ablösung Grl Sperle und Ernennung Generals Volkmann als Beauftragten d. Ob. d W und Befehlhaber in Spanien.
Generalfeldm. mit Grille Reise nach Madeira und Azoren.

5. 11. Führer entwickelt den Ob d. W. H. M. und L sowie Reichsaußenminister seine Gedanken über die zukünftige Entwicklung Absichten und Führung der Politik.
Wiedergabe der Gedanken weicht zwischen den des Chef W (RKr.Min)und Ob d L. (Weisung) an Chef des Gstb. d Luftwaffe etwas von einander ab. (Protokoll wurde nicht geführt.).
Absicht L. Gedanken zu Papier bringen und Wehrmachtteilen (Ob.L.) übermitteln ferner in Aufmarschanweisung einarbeiten.

1.12. Chef Besprechung beim Führer. Dieser lehnt Gesetz über dse Zivilkommissare ab. Er will keine Vizekönige und sich die Reichsreform auf dem Verwaltungswege nicht vorwegnehmen lassen. Dem Entwurf der Durchführungsverordnung zum R.Vert.Gesetz steht er zustimmend gegenüber, will aber Hess noch hören.

13.12. Führer billigt Vortragsnotiz über milit. Ausführung der vor ihm am 5.11. entwickelten Absichten und die Neufassung des Falles „Grün"
Generalfeldm. trägt nach der Zusammenstellung der L den Stand des Kriegspotentials der Wehrmacht vor dessen größter Engpaß in der schlechten Munitionsbevorratung des Heeres
10-15 Kampftage = 6 Wochen Vorrat liegt.

15.12. Generalfeldm. in unerklärlicher Aufregung Grund ist nicht zu erfahren. Anscheinend eine persönliche Angelegenheit. Er zieht sich für 8 Tage an unbekannten Ort zurück. (Oberhof).

23.12. Beisetzung Ludendorffs, dies ater der Reichsbahn.

1938

12.1. Generalfelmarschall heiratet völlig überraschend Frl Gruhs.

19.1. R.Luftfahrtminist. wird umorganisiert Gstb mit Chef des Grstbs wird Arbeitsstab des R d L und Ob d L. und in dessen Vertretung des Staatssekretärs
Generalinspekteur mit 10 Inspektionen und Chef der Luftnach mit 3 unterstellten Ämtern wird geschaffen
LP und LC bleiben Ob d L unmittelbar unterstellt
Zwiespalt zwischen Staatssekretärr und Chef d. Generalstabe soll damit beseitigt werden.

21.1. Am Schluß des nationalpolitischen Lehrgangs spricht der Führer 2 ½ Stunden vor den Generalen über seine Auffassungen von Geschichte, Politik, Volk und dessen Einheit, Religion und Zukunft des deutschen Volkes.

26.1. 12 Uhr teilt mir General Keitel unter Abnahme des Ehrenwortes mit, daß der Generalfeldmarschall gestürtzt ist. Er reist noch heute ab; Führer hat befohlen, daß erst nach dem 30 die Tatsache bekanntgegeben wird in einem Sinne den er selbst bestimmt
Gen. Oberst Göring war am 25.1. bei Genralfeldm
Gen. Keitel hat Aussprache mit ihm, anschließend mit Ob d H. und Ob. d M. in dem Sinne, daß die einheitl. Führung der Wehrmacht gesichert sein und bleiben muß
Gen. Keitel spricht erschüttert und mit Tränen in den Augen über den Schlag den unser gemeinsames Werk erlitten hat. Ich sage ihm: mag der Mann auch fallen, sein Werk muß bleiben
16 Uhr Generalfeldm. hat sich beim Führer abgemeldet. Es ist dem Führer in seiner übermenschlichen Güte gelungen, den Generalfeldm. wieder aufzurichten; er sagte ihm, wenn die Stunde Deutschlands schlägt dann werde ich Sie an meiner Seite sehen u alles Vergangene soll ausgelöscht sein. Der Führer will Göring nicht zum RKr.Minister machen. Er will zunächst mit dem W.A. selbst weiterarbeiten. Trotzdem scheint der Gedanke an 3 selbst. Ministerien schon verschiedenen Seiten propagiert worden zu sein. Lachend sagt der Führer, daß Hoßbach ihm diesen Vorschlag gemacht har mit dem Zusatz daß das Heeresminist. die Führung haben müßte
Die Lösung Ob d. H. als R RKr.M u Ob d. W scheint nicht in Frage zu kommen
Führer sagt zu Generalfeldm. die Belastung für mich und für Sie war zu groß Ich konnte das nicht mehr aussitzen. Wir mußten uns trennen. Die Söhne des Feldm. bes. Axel haben sich.tapfer und anständidig benommen, ebenso die junge Braut. Sibille scheint ihrem Vater die schwersten Vorwürfe zu machen. Auch die verheiratete Tochter (Bürckner) steht nicht zu ihm.
General K. bewährt sich in dieser Lage als Mensch von höchsten Qualitäten
Man hat das Gefühl in einer Schicksalstunde des deutschen Volkes zu stehen. Die Parallele zum engl. König und seiner Frau bietet sich an
Welch einen Einfluß kann eine Frau, ohne daß sie es ahnt, auf die Geschicke eines Volkes und damit d. Welt ausüben
Der Führer will den Gen.Feldm, morgen 27.1 noch einmal sprechen. Er reist daher erst morgen Abend ab, (Ausland).

27.1. 13 Uhr wird General Keitel in Zivil zum Führer befohlen Dieser schüttet ihm sein Herz aus über das Schwere was über ihn hereingebrochen ist. Er wird immer einsamer. Zuerst glaubte er auch diesen Schlag gegen alle und gegen die Welt aussitzen zu müssen; am 26 früh nach Eingang weiterer Nachrichten und der weiten Verbreitung, die jene Nachrichten über Frau v. Blomberg schon gefunden hatten, konnte er das nicht mehr.
Er sagt zu K. Ich verlasse mich auf Sie, Sie müssen bei mir aushalten. Sie sind mein Vertrauter u. einziger Berater in den Frage der Wehrmacht. Die einheitliche und geschlossene Führung der Wehrmacht ist mir heilig und unantastbar, ich übernehme sie selbst mit Ihrer Hilfe
. Ich will einen neuen Adjutanten der mein Vertrauter und Ihrige ist und nicht der anderer Stellen
Das Heer ist für Deutschland der ausschlaggebende Faktor die andern Wehrmachtteile spielen nur eine helfende ergänzende Rolle
Darum beschäftigen sich meine Gedanken mit der Besetzung der Führerstellen des Heeres ganz besonders. Ich werde wohl auch einen Wechsel in der Führung des Heeres in absehbarer Zeit vornehmen müssen
Es fallen verschiedene Namen, Graf von d. Schulenburg, Rundstedt (zu alt und verbraucht) Joachim v. Stülpnagel, (nicht loyal) Reichenau (nicht tief genug - zu sprunghaft)
Über Organisation zu sprechen war noch nicht der Moment, die Personenfrage steht noch im Vordergrund
Zumal auch noch andere Persönlichkeiten und die Frage ob sie noch tragbar sind schwer auf dem Führer lasten.
Er sagt dabei: Am 30 Juni mußte sich die Partei vor der Wehrmacht schämen. Möge nie der Tag kommen wo sich die Wehrmacht vor der Partei schämen muß. Das darf nicht eintreten.
Gen K. sagt zu mir: Die Einheit der Wehrmacht ist gerettet. Da ich nicht mit allen Entscheidungen den Führer belasten kann brauche ich stärkere Vollmachten. Ich muß mich auf mehr absetzen können von den täglichen Geschäften. Dazu wird es notwendig sein die vorgesehene Umorganisation des Wehrmachtamtes teilweise schon zum 1.4 oder sogar 1. 3. eintreten zu lassen. Dabei dürfen Sie mich nicht im Stiche lassen. Man kann Warlimont schon jetzt kommandieren und können die Führungsgruppe übernehmen
Der beste Mann für den Adjutanten des Führers wird Schmund sein
` Einer Einweisung durch Hoßbach bedarf es nicht
Wir müssen unsere grundlegenden Gedanken über Organisation und Führung in einer Denkschrift festlegen
Es war ein tragischer und erschütternder Augenblick als mir Gen. K. um 16 Uhr diese Eröffnung macht. Aber alle Schatten werden überstrahlt durch die Gewißheit: das Werk des 1. Feldmarschalls des 3. Reiches, die Einheit der Wehrmacht und ihrer Führung lebt, und wenn uns ein gütiges Geschick weiter gnädig ist, so wird sie nicht mehr zerstört werdenn können.

28.1. Grl. K. vorm. beim Führer
Er will auch d Ob d. H. ersetzen. Material über diesen liegt beim Reichsjustizminister. (Verdacht wegen Verfehlungen nach § 175 - seit 2 Jahren)
Er wird vom Führer mit der Untersuchung beauftragt und behauptet schon seit 2 Jahren von diesen Dingen zu wissen
General Beck bringt Chef W A seine Gedanken über die Wehrmachtorganisation zum Ausdruck; das Heer ist für Deutschland der ausschlaggebenste Faktor, also muß es den Krieg führen. Die Abt. L müßte zum Chef d. Gstbs. des Heers treten
Chef W A muß dem Führer Persönlichkeiten als Ob d H. namhaft machen
Der Führer neigt zu Grl. v. Reichenau
Chef W A rät im Interesse der Wehrmacht dringend ab - der allgemeine Eindruck wäre der eines Systemwechsels und nicht nur eines Personenwechsels aus Konfliktsgründen zwischei Ob d. W und Ob d. H.
In Frage kommen v Brauchitsch - v. Leeb
Befehl zur Ablösung Roßbachs und Ersatz durch Schmund wird am 28. Abds. gegeben.
Chef d. Gstb. d H. erklärt Grl Keitel, die Zustände mit der Frau d. Generalfeldm. pfeifen die Spatzen von den Dächern. Anrufe ihrer Freundinnen sollen an Generale gegangen sein aus Lokalen in denen sie den Aufstieg ihrer „Kollegin' gefeiert haben.
Man könne nicht dulden, daß der höchste Soldat eine Hure heirate, er müsse gezwungen werden sich von der Frau zu trennen oder er müsse ausgelöscht werden aus der Liste der Offiziere und als Inhaber eines Regiments
Die kommandierenden Generale müßten diesen Standpunk der Armee dem Führer übermitteln
Ob. d. H. hat sich beurlaubt
Chef: W.A. bittet Abds Grl v. Brauchitsch nach Berlin, un ihm verschiedene Fragen vorzulegen, ob er in der Lage is das Heer enger an den Staat und sein Gedankengut heran zuführen, einen ebensolchen Chef d. Gen Stabs, wenn nötig zu nehmen und die jetzige Spitzenorganisation anzuerkennen
Grl v B. ist zu 1 u 2 bereit, in der Anerkennung der Organisation bindet er sich nicht, da er die Dinge nicht übersieht
Auch zu einem Wechsel in der Führung und Einstellung des P.A. ist er bereit
Ich schlage Chef W A vor den Führer zu veranlassen, daß er sobald als möglich selbst die kden Generale bittet und ihne seine Auffassung und Entscheidung übermittelt.

29. 1. Grl K erfährt, daß Admiral Raeder ohne Chef W. A. zu unterrichten Kpt. v Wangenheim zum Genfeldm. geschickt hat nach Rom um ihn aufzufordern sich von der Frau zu trennen obwohl Wangenheim d. Chef W A untersteht.
1115. Grl K.zum Führer. Rückkehr erst gegen 18 Uhr, gegen 1530 kommt Schmund. Er hat sich bei Grl Beck gemeldet und bei Roßbach. Letzterer hat abgelehnt ihm etwas zu sagen. Grl K ruft von der Reichskanzlei an ich möchte Schmund einweisen.
Das geschieht hinsichtlich aller sachlichen- Vorgänge ohne Nennung der persönlichen Dinge.
Chef W A 18:00 v Führer zurück. Er hat sich mit von Brauchitsch auseinandergesetzt. Dieser zu allem bereit, auch die enheitl. Führung d. Wehrmacht hat d. Führer in unerhört eindrucksvoller Weise auseinandergesetzt. „Die Organisation muß bleiben, an ihr laß ich nicht rütteln, sie ist unsere größte Stärke - so wie nach mir Göring und nach ihm wieder ein anderer kommt und jeder den gleichen Apparat vorfindet auf dem er spielen kann, so auch in der Wehrmacht. Sie muß ¬fundiert und ausgebaut werden, dann verträgt sie auch einmal einen 2 rangigen Mann.

Sonntag 30.1. 17 Uhr zu Grl Keitel in die Wohnung befohlen.
Er hatte eine Aussprache mit Göring über Organisation d. Wehrmacht und Personenfragen.
Er hat nichts gegen Heeres ü Marine Ministerien.
Erklärt aber auf Vorhalt, daß er auch Luftfahrtminist nicht für nötig hält daß er der letzte Luftf.minister ist und nach ihm es nur mehr einen Ob. d L. geben wird.
Auch Göring ist sehr für Brauchitsch und nicht für Reichenau. Dieser ist in Berlin und ruft K. ständig an, er möchte zum Führer. K. bestellt Sohn Brauchitsch zu sich um ihn zu seiner Mutter zu schicken. (Soll in die von Br. beabsichtigte Scheidung willigen.
Er beauftragt mich die Gründe die gegen Bildung von Heeres`und Marineminist. sprechen in einer kurzen Denkschrift niederzu legen.

31. 1. Führer hat sich mit Grl v. Brauchitsch und v Rundstedt ausgesprochen.
Er hält an der straffen und zentralen Führung der Wehrmach fest u läßt nicht an ihr rütteln.
Telegramm des Gen.Feldm. bestätigt Eintreffen v. Wangenheims. Er kündigt Brief an.
Grl. K entschließt sich auf meinen Vorschlag die Abt Chef um 10 Uhr zu unterrichten, dahin „daß gegen die Frau der Gen.feldm. Bedenken bestehen, daß der Führer das Material hat und ihm allein nicht dem Off.Korps die Beurteilung und die Entscheidung zufällt.
Führer will die Scheinwerfer von der Wehrmacht ablenken, Europa in Atem halten und durch Neubesetzung verschiedene Stellen nicht den Eindruck eines Schwächemoments sondern einer Kraftkonzentratioi erwecken.
Schußnig soll nicht Mut fassen sondern zittern.

1.2. General K mit Grl v Br. waren bei Göring. Zur Diskussion stehen die Familienverhältnisse v Br. G. wird sie prüfen und dann und U vor Br. treten, wenn Ergebnis der Ermittlungen befriedigend
Sohn Br. kommt mit sehr vornehmem Brief seiner Mutter zurück
Feldmarschall hat Brief geschrieben, daß v Wangenheim bei ihm war und versucht habe ihm eine Pistole in die Hand zu drücken. Er habe das abgelehnt, da er sich offenbar auf einer anderen Ebene des Lebens und der Auffassungen bewege als er
Der übrige Inhalt des Briefes ist mir nicht bekannt.
Der Versuch v. W wahr vielleicht gut gemeint zeigt aber eine ungeheuere Überheblichkeit eines jungen Offz. der glaubt des Hüter der Ehre eines Offz.Korps sein zu müssen; aus Gründen der Staatsraison mußte alles getan werden um einen Selbstmord zu verhindern, dem Führer ist das auch gelungen, der Adj. hätte alles zerschlagen können.
16:19 Oberst Jaenicke von mir über die Ausführungan des Chefs W A. vom 31.1. unterrichtet zur Bekanntgabe an die O fz Sonderstab W.
21:00 Chef W A bittet mich für morgen 2.2 um 8:15 in seine Wohnung.

2.2. 8:30 Chef W A. unterrichtet mich. Grl v Br. hätte in Aussprache mit Göring gesagt die weiter nötigen Personaländerungen müsse er sich erst überlegen das eile nicht. Damit ist seine Person als Ob d. H wieder in Frage gestellt, denn vor allem Personaländerungen im P A sind eine conditio sine qua non. Führer hat sie schon immer gewünscht. Bl. versprochen es Fritsch zu sagen aber nichts sei geschehen v. Br daher wieder nach B. bestellt und um 9:00 mit K. zusammen.
Entschließt sich v. Br. nicht dann nimmt der Führer doch v. Reichenau
v. Wangenheim ist abgelöst
12:00 Bodenschatz ruft an; sie müßten für die Lufftwaffe auch eine Orientierung herausgeben. Göring glaubt Fall Fr. auch erwähnen zu müssen, da es das Heer getan. Ich sage es sei besser davon nichts zu sagen sondern nur Fall Bl
Alle Leute, die glauben ihre Finger mit im Spiel haben zu müssen kommen nach Berlin. Auch K.Kpt v. Friedeburg soll hier sein
Grl Adam frägt beim Reiten, wie es mit der Staatskrise steht. Ich sage sie sei auf dem Höhepunkt. Mehr könne: ich nicht sagen. Minister Frank habe ihn gefragt was sagen Sie zu Ihrem Feldmarschall. A. sagt es ist nicht unser Feldmarschall sondern Ihrer!!
Nur vereinzelt trifft man menschliche Würde und der Erkentniss daß die Wehrmacht zusammen stehen muß. Jeder Riß, den sie in sich zeigt, bietet anderen Kräften willkommenen Anlaß um in das Gefüge einzubrechen
Ich rate Grl K. doch mit allen Personaländerungen äußerst vorsichtig zu sein, damit nicht aus mehr politischen Gründen unübersehbarer Schaden angerichtet wird. Wir können es uns nicht leisten unsere besten oberen Führer, Armeen und H. Gruppen zu verlieren, da sie unersetzbar sind
Nur das unbedingt nötige darf geändert werden
16:30 Bei Chef W A. Er hatte Personalbesprechung mit Brauchitsch, Göring wollte, daß sie in seiner Gegenwart vor sich gehe sollte
Das wird nachgeholt. v. Br. ist fast mit allen wesentliche Änderungen einverstanden, den größten Teil hätte er schon von sich aus so gemacht.
Göring weist dringend darauf hin, daß wenn später über sein Familienverhältnisse gesprochen würde, er dann nicht sage könne, ich muß zurücktreten, das muß dann durchgestanden werden
General K spricht Göring auf „Sie" Erlaß an. G. muß zugeben, daß er auch bei ihm nicht durch ist. Dann sagt K muß man ihn aufheben, das wirkt psychologisch günstig. G. is ganz einverstanden und will es Führer vorschlagen
17:00 Chef W A zum Führer befohlen, anschließend Besprechung mit Lammers
17:15 wird erste V.N von Francois Poncet gebracht. Er ahnt daß etwas los ist. Schwierigkeiten mit der Wirtschaft und mit Ley. Stellung Blombergs erschüttert. Soldaten wollen v. Fritsch als Nachfolger. Andere Kräfte wollen Himmler, dagegen ist Göring. Im einzelnen tappt man völlig im dunkeln, aber das Bankett der Wirtschaft und Reichstag auf den ¬der Führer sprechen sollte abgesagt werden, läßt auf Umwälzungen schließen
Kor.Kpt Schulze-Hinrichs teilt mir mit, daß ihn Wangenheim in Vertretung von Henning mitgeteilt habe, daß er von seiner Posten als Adj. des Generalfeldm. abgelöst worden sei
Vorzimmer Chef d Gstbs ruft an. Grl Beck wollte dringen General Keitel sprechen schon den ganzen Tag, ob ich nicht wußte, wo Grl K z. Zeit ist
Ich gebe Auskunft, daß K in der Reichskanzlei und anschließen noch Besprechungen hat, er wird erst spät Abds in seine Wohnung kommen
Justizminist Gärtner hat dem Führer Erklärung abgegeben daß das Material gegen v. Fr, so ist, daß er gegen, jeden anderen Anklage erheben würde. Auch Admiral Raeder ist der Ansicht, daß es sich nicht mehr nur um eine Intrigue gegen den Ob d. H. handlt. Man sucht (Anruf Vietinghoff bei L.) nach Vortragsnotizen vom 5 - 7 Jan. 34, die beweisen sollen, daß Ob d.H. an die Tagen in Berlin war

3.2 8:00 bei Chef W.A. Er ist sehr niedergedrückt. Führer und Generaloberst Göring kommen immer mehr von von Brauchitsch als Ob d. H ab und neigen zu Reichenau
Grl K weiß nicht wie er das tagen soll. Er ist der festen Überzeugung, daß diese Ernennung zu einer 3. u der aller schwersten Erschütterung des Heeres führt. Auf General K wird das odium lasten daß er diese Lösung gewollt oder zum mindesten nicht verhindert hat, und er wird schweigen müssen und nicht sagen können wie sehr er dagegen gekämpft hat
Ich unterstütze diese Auffassung, es muß jedes Mittel versucht werden um dieses Unheil abzuwenden. Ein großer Teil der älteren Generale wird gehen, Grl Beck wird nicht bleiben, General Halder wird sich nicht herbeilassen den Generalstabschef von von Reichenau zu machen; sie werden nicht zusammen arbeiten können. Grl K. hat nochmals um eine Unterredung mit dem Führer gebeten
11:00 Grl. Thomas teilt mit, Verb. Offz. zum Wirtsch. Minist. bzw z. G B. Oberstt Drews erschien bei ihm im Auftrag v Schacht. Dieser habe den Eindruck als ob von Seiten der alle Mittel angewendet würden um die Wehrmacht zu verdächtigen und sie jetzt im Zustand ihrer Schwäche an die Wand zu drücken. Er sehe auch in den Anschuldigungen gegen d Ob. d. H, wegen § 175 solche Methoden.
Thomas wußte von diesen Dingen bisher nichts. Auch das ist ein Beweis, daß alle Schweigsamkeit innerhalb der Weh macht nichts nützt. Das Gerede kommt von außen an Wehrmacht heran
13:00 Grl Stumpf teilt mit (fernmdl.) daß sich Generalob. Göring entschlossen habe, die Reduzierung der Luftkreise auf 3 schon für 1.4. jetzt zu befehlen, Ausführungsbestimmungen kämen später. Ich solle Chef W.A. orientieren
Antwort. Diese Lösungg berührt die Wehrmacht an sich nicht. Nur Befugnisse und Grenzen müssen mit uns geregelt werden
14:00 Chef W A, orientiert mich. Die Schlacht ist gewonnen. Der Führer hat sich für Grl Brauchitsch als Ob d. H entschieden. Uns beiden fällt ein Stein vom Herzen. Nun kan, man hoffen, daß wir den schweren Schlag der die Wehrmach getroffen hat aussitzen
Gegen Halder sind Bedenken wegen seiner stark katholische Bindung geäußert worden. Es ist Grl K gelungen auch dies Bedenken durch die soldatischen u milit. Gründe zu beseitigen. Das Beste wäre wenn sich Grl Beck entschließen könnte zu bleiben
Obstlt Wagner u Oberst Jaenicke versuchen umsonst von mir etwas zu erfahren
Ich lege Chef WA, noch einen neuen Entwurf für Reichsmi Lammers vor der die neue Befehlsgliederung der Wehrmach im Reichsgesetzblatt staatsrechtlich festlegen soll

4.2. Von 10:45-13:00 in d. Reichskanzlei. zur Festlegung des neues Wortlautes des Erlasses des Führers. General K ist einverstanden
Ich bringe Abds. noch Bedenken gegen die Zeichnung des Erlasses, der unter der Überschrift „Die Führung der Wehrmacht" erscheint durch Reichsminister Lammets vor da es sich dochl im eigentlichen um Fragen der Kdogewalt handelt. Durch Anruf Lammets um 18:30 werden diese Bedenken bei Grl K zerstreut. Lammers teilt noch mit, daß der Führer die Bezeichnung Chef d Generalstabes der Wehrmacht als zu gering erachtet. Er hat die Bezeichnung Chef des Oberkdos der Wehrmacht gewählt. Unter vielen Schwierigkeiten sind die Personalveränderungen im Heere durchgegangen. Die Wahl von Oberst Cranz als Chef d. P. A. konnte durch Grl K. beim Führer- verhindert werden
Um 23 u 24 Uhr veröffentlicht der Rundfunk alle Veränderungen im Staate im Sinne einer starken Kraftkonzentation

5.2. Um 11:00 unterrichte ich die Offz, meines Stabes über die Lage

7.2. Vorläufige Organisation des OKW. wird befohlen
Grl. v Viebahn als Chef des Führungsstabes (L.Ausl VNV). Chef Abw.Abt. übernimmt einstweilen Abw Abt. Inland und Verw Abt. Haushalt und R. WZ, bleiben unmittelbar Grl Keitel unterstellt

10. 2. Grl Keitel u Adm. Canaris in Karinhall zur Besprechung bevorstehende Verhandlung über Ob. d. H.
Himmler soll bedrückt sein daß ihm von holten Off . Wehrmacht die unerhörtesten Vorwürfe gemacht werden

11.2. Abds u 12.2. Grl. K mit Grl v. Reichenau u Sperle in Obersalzberg
Schuschnigg mit G. Schmidt werden unter schwersten politischen und miitärischen Druck gesetzt. Um 23 Uhr unterschreibt Sch. das Protokoll

13.2. Nachm ruft Grl K. Admiral C und mich in die Wohnung um auf Befehl des Führers den milit. Druck durch Vorspiegelung milit. Maßnahmen noch bis 15. aufrecht zu erhalten.
Vorschläge für diese Täuschungsaktion werden aufgesetzt und telef an den Führer zur Genehmigung gegeben

14.2. 2:00 trifft Zustimmung des Führers ein. Canaris hat sich zur Abwehrstelle VII nach München begeben u leitet die einzelnen Maßnahmen ein. Die Wirkung ist rasch und kräftig. In Österreich entsteht der Eindruck ernster milit. Vorbereitungen in Deutschland

15.2. Abds wird amtliche Verlautbarung über positiven Ausgang der Besprechung am Obersalzberg ausgegeben

16.2. Umbildung der österr Regierung und allgem. politische Amnestie

18.2. Grl K. erfährt durch Major Schmund u Generalfeld. Göring von den neuen beabsichtigten Vorstößen d. O. B. der Marine u des Heeres
Erstere versuchte die Hilfe Görings zu gewinnen (ohne Erfolg) um die Marine möglichst vom OKW. zu lösen und ein Marine Minist. zu schaffen. Er versucht zu verhindern daß Grl K vorher mit dem Führer über diese Absichten spricht
O.K.H. betrachtet die Frage der Spitzengliederung noch nich gelöst bevor der Führer nicht über die Denkschrift des Heeres entschieden hat. Göring steht auf Seite Keitels und ist sogar bereit R d. L und Ob d. L zu trennen
Der Führer versichert K. daß er nie Entscheidungen über die Wehrmacht treffen wird ohne seinen Chef vorher gehört zu haben

20.2. Führerrede im Reichstag macht stärksten Eindruck im In Ausland

21.2. Grlt. v Viebahn trifft ein. Er ist entsetzt über die Spannungen die er im Hause antrifft
Die Wirkung der Ereignisse ist außerhalb der Wehrmach teilweise schlimm
Reichsjugendführer versucht die bisher durch Oberst Rommel eingeleitete enge Zusammenarbeit zwischen HJ u Wehrmach wieder zu lösen
Roßbach benimmt sich unerhört gegen Obstlt Kleikamp und Major Schmund

22.2. Grl K. um 13:00 beim Führer um ihn über die beabsichte Vorstöße zu informieren
Er bespricht die Delegation von Rechten d. RKrMin. auf d.O.L. die Meinungsverschiedenheiten mit der Luftwaffe im Falle Rot (Luftw will auf jedenfall zuerst Einsatz gegen Grün) die Kriegsspitzengliederung

26.2. Canaris bringt vor in welch unwürdiger Weise die Vernehmung des Generaloberst v. Fritsch durch die SS vor sich gegangen ist. Grl v. Viebahn ist entsetzt. Wenn das in der Trupp bekannt wird gibt es Revolution

1.3. OKH. legt einen Antrag auf Regelung der Befugnisse des Ob. d H. vor, der einer völligen Kaltstellung des OKW gleich kommt
Entgegen diesem Antrag erläßt der Führer am 2.2. einen Erlaß wonach Genraloberst v. Brauchitsch den Rang eines Ministers erhält, nicht aber die Befugnisse und keine ministerielle Befugnisse für das OK.H.

3.3. Die Frage Österreich wird kritisch. 100 Offz. sollen dorthin kdt. werden. Der Führer will sie persönlich sprechen. Sie sollen nicht dafür sorgen daß die öster. Wehrmacht besser gegen uns kämpfen kann sondern, daß sie überhaupt nicht kämpft

4.3. Die Dinge spitzen sich immer mehr zu
Es handelt sich um 2 Fragen a. Fall Generalob. v Fritsch. War er böswillig konstruiert? Lag ein Mißverständnis vor (Personenverwechslung) Ein Frhv. Frisch ist ausfindig gemacht und von den Kriegsger. räten des R.Kr.Gerichtes vernommen worden ohne die G.Staatspolizei hinzuzuziehen
Diese ist am Tage danach vor der Wohnung des H von Fritsch vorgefahren offenbar um ihn selbst zu vernehmen. Gestapo vermutet wahrscheinlich daß Milit Gericht den Fall vertuschen will.
OKH vermutet, daß Gestapo die Aufklärung der Schuldlosigkeit verhindern will
b. Spitzengliederung
OKH beansprucht für sich die Einheit Heer Führung und Führung des Waffenkrieges
Chef OKW. erhält die Organisation der kämpfenden Nation
Bis Abds 20:00 Gedankenaustausch mit Grl v. Viehahn und Admiral Canaris

5.13. Besprechung mit Grl v. Manstein im Zimmer des Grl v. Viebahn. M. setzt seine Gedanken im Sinne der Vortragsnotiz des Chefs des Generalstabes des Heeres auseinander
Ich die, schon in der Denkschrift zu den Vortragsnotize¬niedergelegten. Ergebnis: die zu erwartende Denkschrift Heer wird OKW Luft und Marine zugestellt
Ebenso die des OKW den 3 Wehrmachtteilen. Sind alle 3 Wehrmachtteile mit dem Vorschlag Heer einverstanden ist der Fal entschieden Eine Einigung der 3 OB. wird auch der Führer zustimmen
Ist das nicht der Fall muß der Führer entscheiden

6.3. Sonntag bei Grl Keitel in der Wohnung. Er muß wegen Venenentzündung liegen. Er unterrichtet mich über des befriedigenden Verlauf des Falles Fritsch. Der Doppelgänge ist nicht beiseite geschafft sondern im Krankenhaus. Die Hauptverhandlung ist auf 9.3. (inzwischen auf 10.3.) festgesetzt Sie muß die Unschuld des Ob d H klar herausstellen und in die Hintergründe seiner Verdächtigung hineinleuchten
Grl K. bringt zum Ausdruck, daß er niemals einer Änderung der Zusammensetzung d OKW im Sinne der Wünsche de Heers zustimmen wird. Sie widerspricht der Auffassung und dem Befehl des Führers vom 4.2.38
Er übergibt mir die Denkschrift des Heeres vom 37. die Generalfeldm v Bl. seinerzeit verschlossen und ohne Chef WA Kenntnis zu geben im Panzerschrank eingeschlossen hat

7.3. Mittags mit Wiedemann bei Behrenstr 26 a. gegessen. Aussprache über Fall Fritsch, seine Gefahren und seine Hintergründe
Canaris übermittelt, daß ihn Wiedemann gern spreche möchte

8.3. Ob. d. H. übersendet seine Denkschrift Organisation der Wehrmachtführung. Trennung zwischen Reichskriegssekretär u Reichsgeneralstabschef zugleich Ob d. H. mit Abt. L. Abw u W.H.V
Göring läßt K. sagen, das käme gar nicht in Frage, er solle in Ruhe seine Gegendenkschrift fertigsteilen und zuerst mit ihm (Göring) sprechen bevor er zum Führer geht

10.3. Schuschnigg hat überraschend und ohne Beteiligung seiner Minister einen Volksentscheid für Sonntag 13.3. angeordnet, der ohne planmäßige Vorbereitung einen hohen Sieg der Legitimisten ergeben soll
Führer ist entschlossen, das nicht zu dulden. Noch in der Nacht 9/10.3 Anruft er Göring, General v Reichenau aus Kairo (Olymp Kommite) zurückgerufen. Grl v. Schobert bestellt, ebenso Minister Claise Horstenau der bei Gauleiter Bürkel in der Pfalz ist
Dies teilt Grl Keitel mir 9:45 mit Er fährt 10:00 in die Reichskanzlei. Ich 10:15 auf Wunsch Grl v. Viebahn hinterher um ihm noch alten Entwurf mitzugeben "Fall Otto" vorbereiten
13:00 Grl K orientiert Chef FStb, Admiral Canaris
Ribbentrop wird in London festgehalten. Neurath übernimmt A.A
Führer will öster Regierung Ultimatum übermitteln
Ein pers. Brief geht an Mussolini unter Darlegung Gründe, die dem Führer zum Handeln zwingen
18:30 ergeht Mob Befehl für AOK 8 (GrKdo 3) VII u XIII AK ohne Ersatzheer
Luft stellt 300 Ju 52 für Abwurf Propaganda material bereit, außerdem 1 Jagdgr. 3 Kampfgeschwader und 2 Komp als Luftlandetruppen mit Transportflugzeugen auf Friedensflugplätzen in Lagern bereitgestellt
Dem Heer unterstellt 1 Kdr d Luftwaffe 2 F, 3 H Staffeln Kurierstaffel 1 schw Flakabt, Rgt Grl Göring

11.3. Weisung No 1 des Führers ergeht 11.3. 2:00 Uhr ohne l3 Uhr mit Unterschrift
Zum Heer treten Standartenweise die SS V.T. 40 000 Mann Polizei und Todtenkopfverband Ober Bayern als 2. Welle
17:00 Marine hat alle Schiffe nach der Heimat befohlen
18:00 Schuschnigg zurückgetreten, Seys Inquart Bundeskanzler
SA u SS machen in Uniform Dienst, Eigene Bewegungen rollen, Grenze wird zunächst nicht überschritten. Luftwaffe sieht für morgen großen Propagandaflug vor
Die Polizeikräfte werden auf jeden Fall benötigt und durch die Truppen durchgezogen werden
18:35 Abteil. L darüber orientiert, Oberst Winkler u Oberführer Petri unterrichtet
Die Luftwaffe hat Zweifel ob sie die Bewegungen, die noch nicht begonnen sind noch antreten soll Entscheid: ja
20:30 Orientierung durch Grlt v. Viebahn, daß sich die Lage Wiede geändert hat. Der Einmarsch findet statt. Der Führer will keine vollziehende Gewalt an AOK 8 geben. Weitere Ereignisse siehe gesonderte Bleistiftaufzeichnunge. Auch die Vorbereitungen für den Fall Memel
Führer äußert nach Einverleibung Österreichs, daß ihm die Bereinigung der tschechischen Frage nicht eilt. Man muß erst Österreich verdauen
Trotzdem sollen Vorbereitungen Fall Grün energisch weiter getrieben werden, sie müssen auf Grund der veränderte strategischen Lage durch Eingliederung Österreichs neu bearbeitet werden
Stand der Vorbereitungen (Siehe Vortragsnotiz L I a vor 19. 4.) am 21. 4. dem Führer vorgetragen. (Das tsch. Problem noch nicht anzurühren) Die Absicht des Führers wird durch den tschechischen Aufmarsch vor 21. 5 der ohne jede deutsche Bedrohung, und ohne jeden auch nur scheinbaren Anlaß vor sich geht, geändert
Es führt in seinen Folgeerscheinungen durch das Stillhalte Deutschlands zu einem Prestigeverlust des Führers, den er nicht noch einmal hinzunehmen gewillt ist. Daher ergeht am 30.5. die neue Weisung für „Grün"

13. 6 Der Führer entscheidet durch einen Erlaß ,,Ausführungsbestimmungen für die Vorbereitung der Reichsverteidigung auf allen Gebieten" endgiltig die Spitzengliederung Die gaben des OKW als Arbeitsstab des Führers werden eindeutig festgelegt

22. 5 Grundlegende Besprechung des Führers mit K. Henlein (Siehe Anlage)

?3. 5 Major Schmund übermittelt Gedanken d. Führers (Anlage) Weitere Besprechungen die allmählich die genauen Absichten des Führers herausstellen finden mit Chef OKW statt am

30. 5 unterschreibt d. Führer die Weisung Grün, die seinen Entschluß, die Tschechei in Bälde zu zerschlagen endgültig festlegt und damit die milit. Vorbereitungen auf der ganzen Linie auslöst Die bisherigen Absichten des Heeres müssen erheblich geändert werden im Sinne eines sofortigen starken Einbruch in die Tschechei, schon am 1 x Tag gemeinsam mit denn Einflug der Luftwaffe. Näheres ergibt sich aus der Aufmarschanweisung des Heeres
Noch einmal flammt der ganze Gegensatz auf der sich ergibt aus der Erkenntnis des Führers wir müssen noch in diesem Jahre u der Auffassung des Heeres wir können noch nicht, da sicherlich die Westmächte eingreifen und wir ihnen noch nicht gewachsen sind

20. 5. Mit Chef OKW. in Karinhall bei Generalfeldmarschall Vortrag über Fall Kettler - Muff (Canaris) u R.V.Ausschuß

21. 6-24.7. Urlaub

10. 8. Die Armeechefs, die Chefs der Luftwaffengruppen, Obstl Jeschonnek und ich werden nach dem Berghof befohlen. Der Führer hält nach Tisch eine fast 3 Stündige Ansprache, in der er seine politischen Gedankengänge auseinander setzt. Die anschließenden Versuche den Führer auf die Mängel unserer Bereitschaft hinzuweisen die einzelne Generale des Heeres unternehmen sind leider ziemlich unglücklich insbes die Bemerkung d Grl v Wietersheim die er noch dazu den General Adams in den Mund legt, daß die West befestigungen ja höchstens 3 Wochen lang gehalten werden können. De' Führer wird sehr ungehalten, u braust auf mit den Worten: dann würde die ganze Armee nichts mehr taugen „ ich sage ihnen Herr General die Stellung wird nicht 3 Wochen sondern 3 Jahre gehalten". Die Ursache dieser kleinmütigen Auffassung die leider in Generalstab des Heeres sehr weit verbreitet ist liegen in verschiedenem begründet
Zunächst fühlt er sich in früheren Reminiszenzen befangen auch für politische Entschließungen verantwortlich, anstat zu gehorchen und seine milit. Aufgaben zu erfüllen. Letzteres tut er sicher mit althergebrachter Hingabe, aber die Kraf des Gemüts fehlt ihm weil er letzten Endes an das Genie des Führers nicht glaubt. Man vergleicht ihn wohl mit Karl XII
Und da die Wasser von oben nach unten fließen erwächst aus dieser Miesmacherei nicht nur unter umständen ein ungeheuerlicher politischer Schaden, denn den Gegensatz zwischen der Auffassung der Generale und der des Führers pfeifen die Spatzen von den Dächern, sondern auch eine Gefahr für die Stimmung der Truppe
Ich habe aber keinen Zweifel, daß diese wie die Stimmung des Volkes der Führer in ungeahnter Weise zur rechten Zeit emporreißen wird

21 - 26.8. Besuch des ungarischen Reichsverwesers in Deutschland begleitet von Ministerpräsident, Außenminister u Honved, minist v ? Sie kommen mit der Idee, daß in einem großen Krieg in einigen Jahren mit Hilfe deutscher Truppen das alte Ungarn wiederhergestellt wird. Sie gehen mit der Erkenntnis daß man weder Wünsche noch Forderungen an sie hat, daß aber Deutschland keine 2 Provokation der Tschechei mehr nehmen wird und wenn es morgen sein sollte. Ob sie sich dan beteiligen wollen oder nicht liege bei Ihnen. Deutsland wird aber nie eine Schiedsrichterrolle zwischen ihren und Polen übernehmen
Die Ungarn sehen das ein; sie glauben aber eine im gege )e Fall eine Wartezeit von wenigstens 48 Stunden zur Sondierung der Haltung Jugoslaviens nicht entbehren zu können

6.27.28 u 29.8. Reise mit dem Sonderzug des Führers durch die West Befestigungen von nördl. Aachen bis nach Istein. Der Eindruck sowohl von der Haltung der Bevölkerung als auch von der der Arbeiter ist gewaltig - das was in der kurzer Zeit geschaffen grandios. Schade daß wir nicht 4 Wochen früher beginnen konnten. D. Führer sagt zum Schluß: Ein Hundsfott wer diese Stellung nicht hält u zum General Adam: Ich bedauere nur daß ich der Führer u Reichskanzler bin u nicht Oberbefehlshaber der Westfront sein kann

6. 9 Chef des Generalstabs General d. Art. Halder hält Besprechung mit dem ungarischen Generalstabschef Fischer ab. Er wird vorher von mir über die politische Tendenz des Führers - insbesondere über das Verbot keinerlei Andeutung über den Zeitpunkt zu machen orientiert. Desgl. OQ 1 v. Stülpnagel
Chef OKW. Grl. Keitel begibt sich zum Reichsparteitag nach Nürnberg
Frankreich trifft erste Sicherungsmaßnahmen an seiner Ostgrenze. E.Wagen werden zurückgehalten
Konrad Henlein kündigt einen Sudetendeutschen Parteitag am 15. und 16. Oktober an
Der Führer hält seine große Kulturrede in Nürnberg

7. 9. Besprechung mit Toussaint. Beurteilt tschechische günstig, Gesamtlage ernst
Selbst sehr entschlossen. Ist betroffen über die unlustige wenig kämpferische Stimmung (mit rühmlichen Ausnahmen) unter Offzn

8. 9. General von Stülpnagel OQI bittet um schriftliche Festlegung der Zusicherung, daß OKH 5 Tage vorher erfährt falls die Aktion unternommen werden soll. Ich sage das zu mit der Ergänzung daß erst 2 Tage vorher die Großwetterlage einigermaßen beurteilt werden u infolge dessen zu diesen Zeitpunkt (x-2 Tage) die Absicht sich ändern kann
v. St. sagt daß er zum 1. Mal Bedenken hat ob nicht die frühere Grundlage der Aktion verlassen wird
Sie war doch so, daß die Westmächte etwas entscheidendes nicht unternehmen. Allmählich scheint es als ob der Führer auch wenn er diese Auffassung nicht mehr hat an seinen Entschluß festhält
Dazu kommt, daß Ungarn mindestens launig u Italien nach Bericht Canaris zurückhaltend ist
Ich muß zugeben, daß auch ich nicht ohne Sorgen bin, wenn man nun den Umschwung in der Auffassung über das politische u militärisch Mögliche nach den Weisungen v. 24.6., 5.11.37, 7.12.37, 30.5.38 und den letzten Äußerungen vergleicht
Trotzdem muß man sich klar sein daß das Ausland jetzt alles in Bewegung setzt um uns unter Druck zu bringen. Diese Nervenprobe muß bestanden werden
Da aber die wenigsten Menschen die Kraft haben diesen Druck zu widerstehen ist es das einzig richtige
Alle Nachrichten die uns besorgt machen sollen nur einen kleinsten Kreis von Offz. bekanntzugeben u nicht wie bisher durch die Vorzimmer laufen zu lassen 18-21 Uhr Besprechung bei Chef OKW. mit Chef d. Grlstbs d. Luftwaffe (anwesend Jeschonnek, Kammhuber, Sternbure u ich
Es besteht Übereinstimmung über Ausgabe des x Befehls x-1 4:00 und Voransagen an die Luftwaffe x-1 Tag 7 Uhr
Geprüft muß noch werden die y Zeit. Verbände haber teilweise einen Anflug von 1 Stunde. Bedauerlich ist, daß die Luftwaffe anfängt den Glauben an den Erfolg der Div Student zu verlieren, nach einer andere Stelle suchen will, den Schwerpunkt verwässert u das Vertrauen in die Führung schädigt. Ich vertrete die Auffassung daß man an den bisherige Befehlen festhalten muß; bis zur Vereinigung des VIII AK u der Div Stud. muß man den ersten Ansatz der 2. Armee laufen lassen. Trifft man dann auf zu schweren Widerstand kann man rückw. Staffeln d 2. Armee abdrehen. Das ist auch Ansicht Chef OKW
Entscheidung soll erst fallen wenn Vortrag Ob d. H v Halder am 9.9. beim Führer stattgefunden hat

10. 9. Grl Halder von Nürnberg zurück. Er überbringt, daß die Führer die Unterstellung des R.Arb.Dienstes ab 15.9. unter das OKW unterschrieben habe
Ferner wurde entschieden, daß um 13 Uhr 2 mot Div. zur Armee Reichenau kommen u dafür 2 weitere Div auf Rgtrn an die Stelle der Div mot treten sollen

11. 9 Nachm. Besprechung mit Staatssekr. Hahnke d. R. für V Prop. über bevorstehende gemeinsame Aufgaben
Als besonders wichtig wurden die gemeinsamen Vorbereitungen für die Widerlegung eigener u die Ausnützung fd Verletzungen des Völkerrechts erkannt

12. Abds hält der Führer seine grandiose Abrechnung mit der Tschechei u den sie stützenden Mächten
Diese Art Politik zu treiben ist für Europa neu; wenn es Mittel gab einen europäischen Krieg zu verhindern so war es diese Rede u diese Entschlossenheit. Ich hoffe, daß ai vielen im eigenen Volk u Offz Korps, die Schamröte Gesicht steigt über ihren Kleinmut u ihr Besserwissen

13.19. Grl. Keitel hält auf Grund seiner trüben Erfahrungen in Nürnberg eine sehr erregte Ansprache an seine Amtsgrupp und Abt. Chef. Man hat schon begonnen die Anklagen bei Führer wegen Miesmachens auch auf d. OKW. auszudehnen. Berichte der Abwehr - Gespräch Canaris-Pariani, und eine Denkschrift des Wehrwirtschaftsstabes über die Stärke und Unverletzbarkeit der engl. Rüst. Industrie geben dafür ungerechtfertigter Weise den Anlaß
Grl K ist auch erschüttert darüber, daß der Ob. d. H. an dessen Ernennung ja so stark mitgewirkt hat, eine solche Enttäuschung bedeutet u darf es ihm nicht gelungen ist die Auseinandersetzung vor dem Führer am 9.9. die bis 4 Ul morgends dauerte und zu einer Niederlage des Ob d.H. und des Grls Halder führte zu verhindern. Der Führer blieb dabei daß er die 2 u 13. mot Div. als Res. hinter der Armee Reichenau haben will da sie bei ihren bisherigen Armeen der 2 und 12. sicher nicht zur Ausnutzung ihrer Beweglichkeit kommen werden
Nach Mitteilung d. Grl Halden werden sie dort durch Div auf KrwTransport Rgter ersetzt
Grl. Keitel betont, daß er keinen Offz im OKW dulden wird der sich in Kritik, Bedenken und Miesmachen ergeht. Er teilt mir unter vier Augen mit daß dem Führer ein Protokoll offenbar durch die Luftwafj (Grl Kitzinger) vorgelegt wurde über eine Besprechung de Chefs d. I.Abt. Grl Hansen im Juli, in der er nichts weniger als zuversichtliche Äußerung über die Lage im Westen gemacht hat
D. Führer weiß ferner, daß der Ob d.H. seine kommand. Generale gebeten hat, ihn zu unterstützen um dem Führer die Augen zu öffnen über das Abenteuer in das zu stürze er sich entschlossen hat. Er selber habe leider keinen Einfluß mehr auf den Führer
So herrschte denn in Nürnberg eine kalte u frostige Atmosphäre u es ist tieftraurig daß der Führer das ganze Volk hinter sich hat nur nicht die führenden Generale des Heeres. Sie können m. E. nur mehr durch die Tat gutmachen, was sie durch mangelnde Seelenstärke u durch Mangel an Gehorsan gesündigt haben. Es ist dasselbe Problem wie 1914. Es gibt nur einen Ungehorsam in der Armee, den der Generale und er entspringt letzten Endes ihrer Überheblichkeit. Sie können nicht mehr glauben u nicht mehr gehorchen, weil sie das Genie des Führers nicht anerkennen in dem sie z. Teil sicher noch den Gefreiten des Weltkriegs sehen aber nicht den größten Staatsmann seit Bismarck
K. Henlein stellt Ultimatum an die Prager Regierung auf Zurückziehung der Staatspolizei, Kasernierung d. Truppen u Aufhebung des Belagerungszustandes

14.9. Mittags gibt Ausl. die Nachricht, daß in der Tschechei der allgemeine Mob. Befehl angeschlagen ist. Nach 1/2 Stunde wird berichtigt daß ein V Man nur die Mob. Aufrufe in ein Amtsstube hat liegen sehen u daß sie um 12 Uhr angeschlagen werden sollen - das ist aber nicht geschehen wohl aber sind mit kurzfristigen Gestellungsbefehlen etwa 8 Jahrgänge einberufen worden. Da die Sud. deutschen in Massen über die Grenze gehen beantragen wir gegen 17:30 auf Vorschlag d OKH 2.Abt. die Einberufung des verst. G.A.D. an d, tscech Grenze im Wehrkreis VIII, IV XIII u XVII. Der Führer gibt aus München die Genehmigung
Abds 21 Uhr wird im Rundfunk bekanntgegeben daß Chamberlain den Führer dringend um eine Unterredung gebeten hat u daß er am 15. dazu flugbereit ist. Der Führer gibt seine Zustimmung
Chef. OKW wird hierzu bis 13 Uhr auf den Obersalzberg befohlen

15.9. Früh Besprechung b Chef O.K.W. mit den Generalstabs Chefs Heer u Luftwaffe über die Frage was könnte man tun wenn der Führer bei der raschen Entwicklung der Lage auf Beschleunigung des Termins drängt.
Ergebnis: es geht nicht.- Der alte Plan Grün kann nur mehr gefahren werden, wenn alles wieder in seine Garnisonen rückt. Die Vorbereitungen der Bahn dauern aber auch dan 10 Tage, wenn man nicht die Mobilmachung d. Reichsbah anordnet. Der neue Fahrplan tritt erst ab 28. 9 in Kraft.Wir sind also an diesen Termin gebunden den der Führer mit Rücksicht auf die möglichst lange Fortsetzung der Arbeiten im Westen gewählt hat
Auf Bitte des Gerl v Stülpnagel wird dieses Ergebnis nach Prüfung durch d. Gstb Chef des Heeres mit den Abt Chef durch Fernschreiben auf den Berghof gegeben
Nach Abflug Grl Keitel Besprechung Chef L mit Gri Halder u Stumpf über die Y Zeit, u wann sie spätestens befohle werden muß. Man einigt sich auf 7 Uhr. Befehl hierzu mu 20 Uhr am X-1 Tag ergehen. Bei schlechtem Wetter will Luftwaffe versuchen durch eine getarnte Rundfunkmeldung die Luftwaffe ganz oder z. Teil abzustoppen
Die ersten Verstärkungen werden eingewiesen: Ob Rat Greines Kriegstagebuch Obstlt u Hpt Brenold Abds Anrufe u Fernschreiben vom Berghof: „Wann frühester Termin für X Zeit; nach Rücksprache mit 5 Abt (Wuthmann) muß Termin wie vorgesehen bleiben
Grl Halder lehnt auf Anfrage ab deswegen noch einmal auf d Berghof zu kommen
Mjr Schmund äußert die Besprechung mit Chamberlain sei sehr günstig verlaufen

16.9. Grl Keitel kommt 17:00 vom Berghof zurück. Er schildert anschaulich das Ergebnis der Besprechung zwischen Chamberlain u dem Führer. Die nächste Besprechung soll 20. oder 21 in Bad Godesberg stattfinden.
Abds wird vom OKW mit Genehmigung des Führers die Befehl zur Aufstellung des V.G.A.D. an der tschechische Grenze an O.K.H. und Finanzminist. gegeben
Ebenso ergeht Befehl zur getarnten Bereitstellung des Leermaterials der Bahn für den Aufmarsch, so daß er ab 28. gefahrenn werden kann
Dadurch müssen voraussichtlich Transporte für die West Befestigungen von 8000 Wagen pro Tag auf 2000 gedrosselt werden

17.9. Führer gibt Befehl entgegen der früheren Absicht die milit ausgebildeten Sudeten-deutschen dem Erg.Heer zu überweisen - sie zu einem Sudeten-deutschen Freikorps zusammen zu schließen. OKW (L) stellt Obstlt Köchlin, Ref für Jugenfragen, Konrad Henlein als Berater zu K. Henlein zur Verfügung.

19.9. Es ergeht Befehl für die Betreuung der sudeten-deutsche Freikorps durch das OKH.
Grl Halden weist auf die Notwendigkeit hin, das Arbeiterheer aus der Festungslinie rechtzeitig zu entfernen wenn der Teilaufmarsch West gefahren werden müßte.
Er' hätte als Y Zeit am liebsten 6:30 Uhr und hält es für notwendig, daß zu Teilaktionen schon früher, also noch bei völliger Dunkelheit die Grenze überschritten werden darf.
Grl Halden u v. Stülpnagel werden von mir unterrichtet, daß wir unter keinen Umständen zulassen können daß stellvertretender Kdrnde Generale, Befehlshaber Schlesien, an Stelle von Armeebefehlshabern die vollziehende Gewalt bekommen. Das würde im Widerspruch zum R.Vert. Gesetz stehen.
Die zurückgerufene Emden hat die heimischen Gewässer erreicht.

20. 9. England und Frankreich haben in Prag ihre Forderungen überreicht. Der Inhalt ist noch nicht bekannt.
Die Unternehmungen des Freikorps fangen an einen Umfang anzunehmen, der für die späteren Absichten des Heeres bedenkliche Folgen zeitigen kann und schon gezeitigt hat.
(Vorschieben stärkerer Teile des. tschechischen Heeres bis nahe der Grenze. Durch Rücksprache mit Obstl Köchling versuche ich die Unternehmungen in geregelte Bahnen zu leiten.
Gegen Abend greift auch der Führer ein u gestattet nur Unternehmungen bis zur Stärke von 12 Mann, nach Billigung durch die Gen.Kdos.

21. 9 Die mob. Verstärkung der L rücken ein.
11:30 telef Mitteilung vom Adj. d Führers Hptm Engel; (si wird von Hpt Eberhardt während der Besprechung mit den Chefs vorgelegt).
Der Führer hat vor 5 Minuten die Mitteilung bekommen, da Prag bedingungslos angenommen habe 12:15 Mitteilung darüber an Grl Hansen Chef der Operat.Abt mt der Bitte bis 17 Uhr 2 Fragen zu beantworten.
Was soll geschehen a) wenn der Führer vor dem 28, b) nach dem 28.9 in das deutsche Sprachgebiet einrücken will.
12:45 Unterrichtung der Gruppenleiter und Anweisung die Vorbereitungen für Grün zwar fortzusetzen aber sich alles zurecht zulegen was für einen friedensmäßigen Einmarsch in Frage kommt.
Auftrag an Ic u Ib Ob d M. u Chef d. Generalstabs d. Luftwaffe Grl Stumpf zu orientieren.
14:45 fernmündl. Obstlt Kammhuber (2. Abt. Ob d L) Oberst Jup (WNV) orientiert.
19:00 übermittle ich Grl Keitel alle Grundlagen für Besprechun am 22. in Bad Godesberg.
a.) Fragen für Grün die sofort entschieden werden müssen.
b.) Zeittafel für diese Woche.
c.) Milit. Forderungen wenn die Tschechen freiwillig räumen.
d.) Meldung OKH. mit welchen Truppen sie vor u nach des 28. einrücken können u in welcher Gliederung.
e.) die Unterlagen für die Demarkationslinie gegen Polen. Auf Bitte Obstft Köchling stellt OKH noch einen 5. Offz. für den neugebildeten Abschnitt Linz des Freikorps.
21:45 Hpt Eberhardt teilt fernmündl. mit daß nach einer Abwehrmeldung die Prager Regierung zurückgetreten u d Generalstabschef die Regierung übernommen habe. (Meldung erweist sich als falsch).
22:30 Anruf b. Grl Keitel u Hinweis, daß wenn jetzige Prager Machthaber zum Kampf entschlossen, der Führer die Räumung d Diplomaten Gebäude in Prag bes. um d. Hratschin verlangen soll.

22. 9. 10:35 Chef Ausl. Kpt Bürkner teilt mit daß nach einem angehörten Ferngespräch zwischen Prag u dem hiesigen tschech. Gesandschaftsrat soeben die deutsche Gesandschaft in Prag gestürmt werde.
Ich veranlasse sofort die telefonische u funkentelegr. Verbin¬dungsaufnahme mit Prag durch Oberst Juppe.
10:50 Bürkner teilt mit, Nachricht habe sich nicht bestätigt. A.A lt mit unserer Gesandschaft gesprochen.
10:55 Bekomme ich Verbindung mit Prag u mit Toussaint. As meine Frage wie es ihm geht sagt er, danke ausgezeichnet.
Ob.d.L. der von 1. Meldung verständigt war mit dem Hinweis sich zu überlegen, welche Maßnahmen zu ergreifen wären wenn der Führer eine sofortige Bombardierung Prags wünscht, wird durch Ic über die Falschmeldung, die vielleicht gerade den Zweck hatte uns zu einer milit. Handlung zu veranlassen, orientiert.
Ic übermittelt erneut die Wünsche der Luftwaffe, ob es nicht möglich wäre bei dem jetzt zu erwartenden geringen Widerstand der Tschechen den Angriffsbeginn auf die Mittagstunde zu legen und die Grenzsperre nicht schlagartig einsetzen zu lassen.
Das Heer drängt jedoch immer mehr auf Dämmerung, da bei einzelnen Korps eine Bereitstellung am Tage unmöglich ist.
14:15 Grllt Stumpf teilt persönlich mit:.
1.) Anordnung der Flakbereitschaft ab sofort rings um die Tschechei u in Berlin, Einberufung d. Flugmeldedienstes. Luftverkehr muß dann unter 1000 m fliegen.
2.) Wünsche, die schon bekannt über Y Zeit (Mittag) und nicht zu plötzliches Einsetzen der alarmierend wirkenden Sperren.
3.) Abzeichen d. Standarte F.halle wie SS V.T. geregelt.
15:50 Obst Spapf 2 Abt. ruft an: nach Mitteilung von GenKdos soll Freikorps den Befehl des Führers haben in geräumte Sudeten-deutsche Gebiete einzurücken u dazu mit deutschen Waffen ausgerüstet werden.
16:05 Nach Mitteil. Mjr. Schmund (Bad Godesberg) hat K. Henlein gemeldet, daß Tschechen Sudeten-deutsche Gebiete räumen. Führer hat für diesen Fall Einrücken des Freikorps befohlen um einen Polizeischutz zu haben. Allgemeine Bewaffnung genehmigt.
Da OKH bis Mittag keinen Entscheid hatte ob 28, oder 29 als frühester X Tag in Frage kommt hat es sich auf den 28 eingerichtet.
Grl v Stülpnagel OQ I ist noch nach Godesberg zu Grl Kette v Ob d. H, nachgeschickt worden. 18:50 Obstlt Köchling teilt mit d. Führer hat den Befehl an das Freikorps in d geräumten Sudeten-deutsche Gebiete einzurücken widerrufen; d Nachricht v. d. Räumung war falsch.
19:20 la benachrichtigt mich über Anruf Grl v Stülpnagel im Auftrage Keitels mit Bad Godesberg: Inhalt.
a) Termin noch nicht zu übersehen (X Tag) Vorbereitungen planmäßig fortsetzen Falls „Grün" stattfindet nicht vor 30.9. Wenn früher dann wahrscheinlich improvisiert.
b.) 4 Res. Div sollen planmäßig zu ihren Übungen nach dem Westen gefahren werden.
c.) Arbeiten für Bückeberg fortsetzen auch Bauten der Pion (Zusatz nur für L: die Veranstalt. B. findet nicht statt.
19:25 Grl Keitel ruft v. Bad Godesberg an: Befehl von allerhöchste Stelle es darf unter keinen Umständen in der heutigen Nacht der Wehrmacht oder sonstigen Stellen von Staat u Partei stattfinden. Ausgenommen ist der Verein
19:45 Offz v Dienst Hpt Ritgen teilt mit daß nach einem F'unkspruch an d. Rd.J. SA in Sachsen sich Waffen verschafft haben u mit tschechischen Truppen im Kampf stehen. Ich ordne sofortige Weitergabe an Obstlt Zeitzler an. Schärfstes Einschreiten durch IV AK. fordern. Zuführung Limes am 21. noch 4800 Waggon. Rückstau 14 800 Wagen.

23. 9. Canaris hält seine Organisation für intakt.
Die A.O.K. stehen dem Freikorps nicht sympatisch gegenüber ebenso. die SS, dagegen hat sich die SA seiner besonders angenommen Die Demonstrationen in Prag nehmen zu. Die kommunisti¬sche Welle ist amtlich bestätigt
Das Aufflammen des tschechischen Widerstandswillens soll auf Äußerungen der frz. Militärmission zurückzuführen sein. Die nachgewiesene Verletzung tschechischen Hoheitsgebiets durch deutsche Truppen soll dabei eine Rolle spielen
Engl. Demarche beim A.A.!
Nach einer Chi Meldung sollen Russen den sowjetr.-frz Ver¬trag gekündigt haben
Chef 5. Abt. will Belad. Sperre für Limes aufheben da nur mehr Rückstau von 11000 Wagen und auch heute wieder 4500 Waggons entladen wurden
Da Überraschungen unwahrscheinlich, habe ich gegen die Ma߬nahme keine Bedenken
Zwischen 21 u 22 Uhr von verschiedenen Seiten Nachricht: „Die Tschechei erklärt die Gesamtmobilmachung."

24. 9. 19:10 Telefonisch v. Hptm Eberhardt (Bad Godesberg) „Noch keine Klärung, militärisch bleibt alles wie bisher. Führer hat Zu¬sammenziehung von Polizeikräften am Oberrhein befohlen
19:40 Mitteilung v. Godesberg. Betreuung des Freikorps (ohne Waffen u Munition) übernimmt die Partei
Nachrichten u Bahnverkehr an der deutsch tschechischE Grenze 100% stillgelegt

24. 9. 16 Uhr. Chef OKW. von Bad Godesberg zurück. Er schildert d Vorgänge in Bad Godesberg übergibt das Memorandum und den Brief Chamberlains an den Führer
Chef OKW begibt sich um 17:30 erneut zum Führer und bringt um 18:30 die Entscheidung des Führers zur Aufstellung des V.G.A.D. getarnte Bereitstellung der Grenzwacht der Sicherheitsbesetzung und der Sperrorganisation gegen Frankreich u Luxemburg zur Aufstellung der Grenzwacht an der tschechischen Grenze
Die milit. Vorbereitungen für Bückeberg brauchen nicht mehr fortgesetzt zu werden
Der Gedanke, die 5 akt. Div in ihrer Mobilmachung sehe jetzt vorzuziehen wird fallengelassen, zumindesten zurück gestellt

25. 9. Grl v. Salmuth berichtet telefonisch über bevorstehen Aktion d. SS in Schlesien, über Unstimmigkeiten über d Befehlsverhältnisse im Jauernicker Zipfel wo K.Org. Canaris die Macht ergriffen und gleichzeitig Teile d. Freikorps eingedrungen sind
Auf Anordnung des Führers sind 2 Todtenkopfsturmbanne hinter dem Freikorps in den Ascher Zipfel eingerückt

26. 9. Chamberlain läßt sagen, daß engl. Presse u Rundfunkstimmen nicht die offizielle englische Auffassung wiedergeben das sei nur bei Mitteilungen, die seine Unterschrift trügen, der Fall
Das Auslaufen der engl. Flotte, wie am 24 gemeldet, hat sü nicht bestätigt
Chef OKW hat bei Ob d. H den beabsichtigten Anmarsch der Vorausabteilungen zur tschechischen Grenze angehalten da noch nicht nötig und der Führer vor dem 30. keinesfalls einrückt. Befehl zum Heranrücken an d tschechische Grenze braucht erst 27 gegeben zu werden
Feste Funkstellen Breslau Dresden Wien werden zur Störung event Propaganda Sendungen der Tschechen dem R.M. für Volksaufklärung Prop am 26. Abds. zur Verfügung gestellt
Anfrage Ausl, ob auch jetzt noch Tschechen die Aus und Durchreise durch Deutschland gestattet werden soll. Entsch. Chef OKW: ja
15:15 Chef OKW orientiert Grl Stumpf über Ergebnis der Besprechung in Bad Godesberg u die Auffassung des Führers X Tag keinesfalls vor dem 30
Wichtig, daß wir uns vor der Antwort Prags nicht durch falsche Meldungen zu milit. Aktionen verleiten lassen
Frage Stumpf nach Y Zeit ergibt daß auf Grund der Wetterlage kaum mit gleichzeitigem Eingreifen von Luft u Heer zu rechnen ist. Heer braucht die Morgendämmerung. Luft kann wegen häufiger Frühnebel erst später starten
Führer muß den OB. gegenüber entscheiden, wer die Vorhand haben soll. Auch nach Ansicht Stumpf muß der Angriff des Heeres vorausgehen
Über Einsatz gegen Prag hat der Führer noch keine Entscheidung gefällt
20:00 d. Führer hält im Sportpalast seine große Rede an d. Volk u die Welt

27. 9. Admiral Canaris weist beim Chef OKW eindringlich auf d Vorbereitungen Heydrichs (Chef Gestapo) zur Beseitigung der deutschen Kommunisten im Sudeten-deutschen Gebiet hin, die mit unseren Mob Vorbereitungen (Geh Feldpolizei) nicht übereinstimmen
12:30 Anweisung an Chef Ordnungspolizei Grl Dalugue alle Vorbereitungen der Ordnungspolizei im Einvernehmen mit uns zu treffen. Völliges Einvernehmen wurde erzielt
13:20 Führer genehmigt Vorführen der 1 Angriffswelle derart, da sie 30.9 in Bereitstellungsräumen eingetroffen sein kann
13:30 telefonisch an Grl Halden übermittelt
Die von der Volksdeutschen Mittelstelle übermittelte Karte stimmt nicht mit der an Chamberlain übergebenen überein
I8:00 Führer genehmigt die Mobilmachung der 5 akt. Westdivisionen (26. 34. 36. 33 u 35) sowie der 14 Landwehr Div. OKH wir noch die am Oberrhein liegenden MG-Btlne u die Korpstruppen dazunehmen
Duce hat Führer wissen lassen, daß er Besprechung der Außenminister u der Soldaten über milit. Kooperation in Innsbruck wünscht
Chef OKW beabsichtigt am 29. hierzu nach Innsbruck z fliegen
Er wünscht bis 28. Mittag Zusammenstellung unserer Wünsche
19:30 Führer wünscht Aktivierung der Tätigkeit des Freikorps. (Mitteilung von Obstlt Köchling)
20:30 Mitteilung d. Abwehr bei Liebenstein (im Ascher Zipfel) soll ein Gefecht im Gange sein bei dem auch Art eingesetzt ist
Der Führer hat für den Abend einen Propagandamarsch motorisierter Truppen durch das Regierungsviertel für 27. Abds angeordnet

28. 9. Schwerster Tag. Die Nachrichten über Bereitschaftsmaßnahmen Englands Frankreichs, die einer Teilmobilmachung gleichkomme mehren sich
Ob d. H. beschwört Chef OKW unter Hinweis auf dessen Verantwortung alles beim Führer aufzubieten daß nicht über d. Sudeten-deutsche Gebiet hinausgegangen wird
François Poncet u Henderson zwischen 11 u 13:00 je 1 S beim Führer
Frz Botschafter macht neuen Vorschlag am 1.10 nur in ein kleines Gebiet einzurücken
Stapf berichtet über eine Besprechung bei Göring, in der dieser äußert daß großer Krieg kaum mehr zu vermeiden. Er könne 7 Jahre dauern u wir werden ihn gewinnen
Franko schreibt unfreundl Brief, daß Unterstützung durch Legion Condor zu gering. Feldm. Göring droht ihm mit Zurückziehung der Legion
Mittags Besprechung mit Polen über d. polnische Demarkationslinie im A.A
Anzeichen einer Flüchtlingsbewegung im Westen mehren sich
17:00 Spannung löst sich. Der Führer hat sich zu einer Besprechen in München mit Chamberlain, dem Duce u Daladier entschlossen

29. 9. Das Abkommen von München wird unterzeichnet. Die Tschechoslowakei hat als Machtfaktor ausgespielt
Zwischen 2. u 7.10. werden 4 festgelegte Zonen besetzt, b, zum 10.10 das übrige Gebiet vorwiegend deutschen Charakters
Das Genie des Führers und seine Entschlossenheit auch eine Weltkrieg nicht zu scheuen haben erneut und ohne Gewaltanwendung den Sieg davon getragen
Es bleibt zu hoffen, daß die Ungläubigen schwachen und Zweifelnden bekehrt sind und bekehrt bleiben

1939

23. 8. Auf Befehl des OKW. nach Berlin befohlen und Stelle des Chef W.F.A. übernommen
11-1330 Besprechungen bei Chef OKW
Ausgabe des Y Tages 26.8, ausgabe der X Zeit 4:30 Uhr

24. 8. Brief Chamberlains an den Führer „England sei bereit Danziger u Volkstumsfrage mit regeln zu helfen. Aber gewaltsame Lösung würde England zwingen mit allen Mitteln des Empire Polen zu helfen. Führer weist gegenüber Henderson diese Drohung zurück mit dem Hinweis, daß England die polnische Frage gar nichts angehe
England scheint 23.8. die stille Mobilmachung befohlen zu haben
In Frankreich Spannungsstufe 1 u 2 erreicht 3 nicht vor 25
Z.Zt. etwa 650 deutsche Schiffe mit 3 Mil ton unterwegs von denen ein großer Teil England in die Hände fallen würde
Polen stellen Fahrzeug u Fußgängerverkehr über die Dirschauer Brücke ein
17:50 Schmundt v. Obersalzberg zurück. Deutet an, daß der Führ nicht mehr ganz sicher ob England diesmal nicht Ernst macht; er will aber die Auseinandersetzung mit England nicht

25. 8. OQI Grl von Stülpnagel orientiert mich über die operativen Absichten
Es ergeht die Warnung an die Handelsschiffart
Ob d. L verlegt noch 5 Kampfgruppen nach dem Osten, civiler Luftschutz in Ostdeutschland wird aufgerufen, Italien bringt Po-Armee auf Kriegsstärke
11:10. Spannungsstufe 4 in Frankreich da u dort feststellbar
Holland Vormobilmachung
Bulgarien u Rumänien Teilmobilmachung
Engt u Franzosen verlassen Deutschland
Deutsche in Polen angewiesen Polen zu verlassen

Bronnen

International Military Tribunal, Nuremberg 1947

Informatie

Geplaatst door:
Arnold Palthe
Geplaatst op:
19-10-2018
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